Susanne BÜRNER: Ohne Titel 3
Art vidéo | dv | couleur | 0:06:10 | Allemagne | 2004
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(c) photo:
Susanne Bürner
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Der ruhende Blick einer Standkamera gewährt Einblick in alltäglich anmutende
Raumsituationen. Ein Mädchen sitzt lesend in einem Wartezimmer. Eine Frau
arbeitet in ihrem Wohnzimmer an der Nähmaschine. In irgendeiner elegant eingerichteten
Wohnung läuft der Fernseher. Die Szenerien wirken überschaubar, kontrolliert,
geradezu banal. Wäre da nicht die Störung, hervorgerufen durch die strahlende
Unwirklichkeit des Lichts, das durch die großen Fenster in die drei Räume
fällt. Die Gardinen sind in ein hochfrequentes Flattern und Flimmern versetzt,
mit dem sich das Unheimliche anzukündigen scheint. Natürliche Töne
vermischen sich mit verzerrten, unangenehmen Störgeräuschen und Gesprächsfetzen
aus Horrorfilmen, was die Erwartung des Unerwar- teten steigert und die Bildphantasie
nährt. Unerbittlich bleibt das unerklärbar Elektrisierte in den räumlichen
Szenerien präsent. Aber nichts passiert. Das Beunruhigende entwickelt ein
Kontinuum des Gewohnten. Nur die vierte und letzte, sehr viel kürzere Einstellung
bietet Ansatzpunkte für einen narrativen Rückschluss. Es herrscht Unordnung
im Zimmer, der Stuhl ist umgekippt: Es muss etwas passiert sein. Das Fensterflimmern
ist noch immer da es scheint normal zu sein. (BS)

The fixed cameras constant view allows to gain insight into apparently ordinary
room situations. A girl sits in a waiting room and reads. A woman works at a sewing
machine in her living room. In some exclusively furnished apartment the television
is on. The scenery seems clear and controlled, almost trivial. Yet there is a
disruptive element, evoked by the sparkling unreality of the light that shines
through the large windows into the three rooms. The curtains, flapping and flickering
in high frequency, seem to announce the mysterious. Natural sounds mix with distorted,
unpleasant interference and horror film conversation scraps, increasingly heightening
the expectation of the unexpected and nourishing the imagination. The inexplicably
electrified mercilessly remains in the room sceneries. But nothing happens. The
disturbing is continuously getting ordinary. Only the much shorter fourth and
last shot offers hints for a narrative conclusion. The room is in a mess, a chair
has fallen over: something must have happened. There is still this flickering
in the windows it seems to be normal. (BS/CW)
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