30.
JUNI - 5. JULI
[VIDEOPARCOURS]
ERÖFFNUNG: DIENSTAG, 30. JUNI
> 19h
1.-5. Juli > 14h - 21h
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EINTRITT FREI
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"NACH DEM ENDE
/ DER WERT DER ARBEIT"
Dieser Videoparcours schreibt sich in eine Verlängerung der
Ausstellung ein, die vom 16. April bis 16. Mai 2009 in der Tabacalera,
dem zuküftigen nationalen Zentrum für Visuelle Künste,
in Madrid stattgefunden hat. Sie versteht sich als zweiter Teil,
bzw. als Post-scriptum, und nimmt in ihrem Titel - mit Ironie und
Entzauberung - das von Adam Smith und Karl Marx entwickelte Konzept
des "Wertes der Arbeit" auf. Der Parcours wirft somit
einen kritischen Blick auf unsere zeitgenössische Welt, auf
die Arbeit und die Wirtschaft, die für die meisten von uns
mehr als die Hälfte unserer Zeit in Anspruch nimmt und somit
unseren Alltag in der Tat gestaltet, doch im weiteren Sinne auch
jenen der Arbeit und der Ökonomie der Zeichen und Bedeutungen.
Die Werte, dieses Parcours stellen zum Grossteil eine anthropologische
Introspektion dar, als auch eine Überlegung zu den Strukturen
dieses Alltags, zu den Strukturen der Repräsentation und der
Kommunikation und jenen der Ökonomie der Zeichen, ihrer Auflösung
oder ihrer Leere.
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Patrick BERNATCHEZ: I feel cold today
Video, 16mm | 0:14:00
Kanada | 2007
Die Szene findet in einem dunklen, unterirdischen Parkplatz einer
Fabrik statt. Eine Person, die alleine im Auto sitzt, beendet ihre
letzte Mahlzeit und raucht in der lautlosen Luft eine Zigarette.
Währenddessen steigt im Inneren des Autos das Wasser. Die Kamera
scannt diesen Augenblick in einer runden und ununterbrochenen Bewegung
- bis zum Überfließen. Ein langsamer Untergang.
Patrick Bernatchez lebt und arbeitet in Montreal (Quebec, Canada).
In den letzten Jahren hat er einen vielförmigen Schritt entwickelt,
der sich durch eine ästhetische Verbindung vom Wunderbaren
und Monströsen auszeichnet. Er erforscht Fotographie, Installation
und Videos wie auch Zeichnung und Malerei, die sein Lieblingsmedium
darstellt. Die Themenkreise Körper, Veränderung, Sex,
Tod und Wiederauferstehung werden immer wieder aus der Perspektive
einer lyrischen Verbindung des Phantasmagorischen und des Albtraumhaften
erforscht. Sein Interesse liegt bei der "Chronik eines angekündigten
Todes" durch den unaufhaltsamen Lauf der Zeit: jenen der Lebewesen,
Individuen und Partner. Er interessiert sich für die Wesenszüge
einer gewissen gesellschaftlichen Schizophrenie zwischen Figuration
und Abstraktion. Diese Züge werden sowohl als bildhafte, photographische
und filmische Kompositionen vermittelt als auch in der Form von
bildhauerischen und Klanginstallationen.
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Karel DE COCK: Resonance
Experimentelle Fiktion | dv | farbe | 00:18:30
Belgien | 2008
Da ist John, der Geschäftsmann aus Louisiana, François,
der Banker aus London und Antoine, der Schweizer Trader. Zusammen
sinnen sie über ihre Karriere, die Entscheidungen, die sie
getroffen haben und jene, die sie nicht getroffen haben, nach. Die
Entscheidungen, denen sie ihren Erfolg zu verdanken haben, haben
aus ihnen das gemacht, was sie heute sind. Und wie wir beginnen,
sie ein wenig kennen zu lernen, beginnen wir ebenfalls, jemand anderen
kennen zu lernen. Jemanden, der vielleicht weniger Glück in
seiner Karriere hatte. Oder möglicherweise sehen wir das wahre
Gesicht des Erfolgs.
Karel De Cock ist ein Filmemacher, der in Brüssel (Belgien)
lebt und studiert. Ursprünglich hat er eine Ausbildung in Grafischer
Gestaltung gemacht, dann aber sehr bald ein Interesse für den
Film entwickelt. Die Grundlage seiner Filme liegt immer in der Psyche
der Figuren. Bei jedem neuen Film ist die wichtigste Herausforderung,
eine neue Art zu finden, um die Erzählung anzubringen und ein
Mittel zu finden, das auf harmonische Weise den Inhalt und die Form
verbindet. Dank seiner grafischen Ausbildung verknüpft er Kommunikationskonventionen
mittels fester Bilder mit jenen des traditionellen Films. Auf diese
Weise erweitert er traditionelle Filmkonventionen und erforscht
neue Kommunikationsmittel.
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Diego DEL POZO BARRIUSO: El topo y la anguila
Animation | dv
| 0:05:02
Spanien | 2007
Er erzählt die Geschichte zweier Untergrundgruppen, die während
der Kriegszeit eine andere grundlegende Form von Wirtschaft erfunden
haben. Die Personen, die diesen beiden Gruppen angehören, haben
sich entschieden, im Kontext einer angeblich von Überfluss
geprägten Wirtschaft ein ziemlich gefährliches Leben zu
führen. Es ist auch die Geschichte von zwei Gruppen anonymer
Leute, die zwei Klassen und zwei verschiedenen Produktionsniveaus
angehören. Sie untersuchen subjektive Aktivitäten über
den Weg der Emanzipation der affektiven Austauschkette.
Im Film wirken die Stadt, der Fluss, die Insel und die Netzwerke
der Menschen auf eine symbolische Art und verpflichten sich, über
die Probleme und die Widersprüche unserer Zeit nachzudenken.
Bei den Treffen beschränkt sich der Film auf eine Einzelkanal-Version,
aber der Film arbeitet auch mit dem Format von Video-Installation,
sowie mit einem anderen Video und mehreren Bildserien.
Diego Del Pozo Barriuso wurde 1974 in Valladolid geboren. Er lebt
und arbeitet in Madrid. Er hat an der Akademie der Schönen
Künste in Salamanca und Madrid, sowie an der Gerrit Rietveld
Akademie in Amsterdam, studiert.
Als Künstler und Kulturschaffender hat er Projekte über
die soziale Produktion des Körpers und der Identität entwickelt.
Sein Werk beruht auf seinem Interesse für Affekte, Liebe und
dem Begehren, und für die Weise, wie diese Emotionen, die mit
dem subjektiven und privaten Erleben verbunden sind, durch unser
soziales Umfeld, Macht und Produktionsmethoden, konditioniert sind.
Seine Arbeit beruht ebenfalls auf der Idee, dass die Mechanismen,
die das Soziale kontrollieren, von den Menschen verinnerlicht werden.
Indem er verschiedene Techniken und Medien - Zeichnungen, Installationen,
Video ... - verwendet, konfrontiert er uns mit einer Realität,
in der unsere Wünsche, die wir als persönlich und privat
empfinden, sich als Konstruktionen offenbaren, die auf Konsum oder
auf soziale Kontrolle zurückzuführen sind.
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Bertrand DEZOTEUX: Le Corso
Animation | hdv | farbe | 00:14:00
Frankreich | 2008
In diesem Projekt war das Ursprungskonzept des Künstlers ein
Video auf dem zu machen, völlig ohne menschliche Referenzen
und von der Perspektive der Tiere aus. Dieser Standpunkt ist offensichtlich
sinnlos (Tiere machen keine Filme, und wohl kaum in 3 D), und so
wird der Film zu einem Dokumentar film mit einer Herde von Tieren.
Es wirkt als sei die Kamera von einem Amateur geführt, der
versucht, dem schnellen Rennen der unbeeindruckten Wesen nachzufolgen.
Das Rennen ist verschwommen und die Darsteller selbst sind aus unterschiedlichen
Gattungen (Vieh, Katzen und Insekten). Trotz allem scheinen diese
Tiere alle möglichen klar bestimmten Regeln, Nachahmungsmechanismen
und Rituale zu befolgen. Einige von Ihnen finden zu einer primitiven
Intelligenz zurück (sie laufen im Kreis) oder zu Ereignissen
der jüngeren Vergangenheit (das Creutzfeldt-Jakob-Syndrom).
Bertrand Dezoteux, geb. 1982 in Bayonne, Frankreich, ist ein junger
baskischer Künstler der immer wieder sein Heimatland verlässt.
Erst zog er nach Angoulême (2001-2003), um dort Buchillustration
und Comic zu studieren. 2004 erlernte er in Pusan die strenge Kunst
der koreanischen Malerei. 2006 absolvierte er einen DNSEP in Straßburg.
Hier arbeitete er mit dem bulgarischen Künstler Plamen Dejanof,
welcher Ihn für fünf Collagen beauftragte. Diese Werke
wurden in der MuMok in Wien ausgestellt und in der Folge in der
galerie La Chaufferie, Straßburg, wo eine der Collagen aus
unerklärten Umständen verschwand. Seine Studien schloss
Dezoteux in Le Fresnoy, Studio National des Arts Contemporains,
ab. Als Amateur-Anthrophologe beschäftigt er sich zur Zeit
mit der Beobachtung der Verhaltensweisen des Homo Digitalis.
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Johanna DOMKE: Cuers
Video | 0:18:05
Deutschland | 2008
Johanna Domkes Film Cuers wurde von Franz Kafkas "Prozess"
sowie dem filmischen Universum von Orson Welles inspiriert. Das
Publikum wird auf eine dahineilende und gewundene Reise durch verschiedene
Orte in öffentlichen Räumen genommen, in denen Leute einer
langen Wartezeit ausgesetzt sind. Das Individuum wird als einsames
Wesen dargestellt, das sich den Strukturen öffentlicher Räume
stellen muss. Die besonderen Situationen werden in einer inspirierenden
Weise dargestellt, indem sie ineinander und wieder auseinander gehen.
Raum und Zeit lösen sich in kaleidoskopischen Bildern auf,
die hervorheben, wie schwer wir uns damit tun, uns physisch und
mental einer anonymen Umgebung anzupassen. "Cuers" will
durch Abstraktion und Subversion des Familiären einen mentalen
Raum schaffen.
Johanna Domke hat an der Muthesius Akademie für Kunst und Design
in Kiel studiert und hat dann ihr Graduiertenstudium an der Königlichen
Kunstakademie in Kopenhagen und an der Kunstakademie in Malmö,
Schweden, studiert, wo sie 2004 ihr MA erhielt. 2003 erhielt sie
für ihr Einkanal-Stück "Let the wind blow" den
internationalen Medienkunstpreis des ZKM, den Publikumspreis sowie
den Brockmann Preis der Stadtgalerie Kiel. 2004 erhielt sie das
Edstranska Stipendium für Graduierte. Seidem hat Domke ihr
Werk an renommierten Kunstinstitutionen ausgestellt, die dem Casino
Luxemburg, dem Kunstmuseum Göteborg, dem Museum für Zeitgenössische
Kunst KIASMA, Helsinki als auch an internationalen Filmfestivals,
wie dem Filmfestival Oberhausen, dem Locarno Filmfestival, der Videonale
im Bonner Kunstmuseum und der VIPER, Basel.
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Peter DOWNSBROUGH: And [ Back
Video | dv | schwarz und weiß | 00:04:37
USA/Belgien | 2006
AND [BACK stellt ein komplexes "Spiel" mit den Wörtern
AND und BACK an, in welchem das Wort BACK manchmal als Anzeichen,
manchmal als Auslöser und manchmal als Kommentar über
das, was auf dem Bildschirm passiert, eingesetzt wird.
Diese BACK Bewegung wird manchmal typographisch nachvollzogen: manchmal
durchdringt sie den Film und strukturiert Ihn auf eine Weise vollkommen:
als eine Geschichte', die ihren Lauf nimmt und als eine Ordnung'
mit Symmetrien und formalen Eigenschaften.
Das Werk von Peter Downsborough (US, 1940) - Skulptur, Grafik, Photographie,
Video, Film, Bücher - hat seinen Ursprung in einem Interesse
für Architektur und formuliert eine vielschichtige Beziehung
zwischen Architektur, Sprache und Typographie. Nur Wesentliches
bleibt bestehen: Formen werden auf Linien reduziert, es werden kaum
Farben verwendet. In seinen Videos untersucht Downsborough Bewegung
und Sprache in Relation zu Zeit und Raum: beide veranschaulichen
und dekonstruieren moderne Stadt- und Industriearchitektur. Gleichzeitig
ereignet sich ein linguistischer Verdrehungsmoment: durch das Einschieben
und Dazwischenschieben von Wortblöcken wie AND, AS oder IN,
verkippt Downsborough das Video zu einem "Satz", welcher
gleichzeitig als "Ort" funktioniert, in welchem sich der
Betrachter aufhalten kann. Downsborough hat in der Reina Sofía
(Madrid), dem SMAK (Gent) und dem Paleis voor Schone Kunste/Palast
der Schönen Künste (Brüssel) sowie im Muzeum Sztuki
(Lodz) ausgestellt.
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Marianne FLOTRON: Fired
Video | dv | farbe | 00:07:51
Schweiz/Niederlande | 2007
Das Video Fired besteht aus einer Trainingssituation in der Manager
lernen wie Angestellte zu entlassen. Der erste Teil des Videos zeigt
ein Rollenspiel eines auszubildenen Managers und einer Schauspielerin.
Im zweiten Teil des Videos erklaert eine Psychologin was sich bei
Angestellten in dieser Situation abspielen kann.
In der Rollenspiel Situation verwendet der Manager den Begriff -Bewegen-
-Mobility- anstelle -Entlassen-. Die Angestellte konfrontiert den
Manager im Laufe des Gespraechs mit diesem Ausdruck und verlangt
von ihm die Sache beim Namen zu nennen.
Waehrend des Rollenspiels besteht der Eindruck, dass es sich um
eine inszenierte Situation handelt. Erst gegen das Ende des Videos
wird klar, dass es sich um eine reale Situation handelt, oder genauer
um eine "reelle gestellte Situation" im Rahmen eines "Verhaltenstrainings"
was die Absurditaet der Situation weitertreibt.
Marianna Flotron wurde 1970 in der Schweiz geboren. Zurzeit lebt
und arbeitet sie in Amsterdam (Niederlande). Nach einem zweijährigen
Geschichtsstudium in Zürich, hat sie die Universität der
Schönen Künste in Genf (Schweiz) besucht, die sie 2001
mit einem Diplomabschluss absolvierte. Marianna Flotron ist momentan
Künstlerin in Residenz an der Rijksacademie voor Beeldende
Kunsten in Amsterdam. 2003 und 2007 hat sie den Swiss Art Award
gewonnen. 2008 erhielt sie das Aeschlimann Corti Stipendium des
Kantons Bern.
Ihr Werk besteht derzeit mehr aus der Dekonstruktion eines Objektes
oder einer gegebenen Situation als aus dem Hinzufügen sukzessiver
Schichten. Aufgrund ihres Interesses für den engen Zusammenhang
zwischen (politischen oder wirtschaftlichen) Systemen und dem menschliche
Verhalten, versucht sie, die Spur der Manipulationen, die potentiell
menschliches Verhalten beeinflussen können (und umgekehrt),
aufzuspüren. Ihr Ausgangspunkt ist oft eine Verhaltensweise,
die außerhalb des Kontexts dazu tendiert, abstrakt oder absurd
zu werden.
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Alicia FRAMIS: Secret strike Rabobank
Video | betaSP | farbe | 00:09:17
Spanien/Niederlande | 2004-2008
Ein ganz normaler Tag in der Zentrale der Rabobank. Die Angestellten
gehen Ihren üblichen Tätigkeiten nach. Die Kamera bewegt
sich durch das Firmengebäude, beginnend im Untergeschoss bis
nach oben, Etage für Etage. Während gefilmt wird, kommen
alle Tätigkeiten - soweit es welche gab - zum Innehalten und
zum Stillstand. Jeder einzelne ist wie gelähmt, die sieben
Bankdirektoren, die Putzfrauen, die Sicherheitsbeamten und ein dutzend
von Angestellten, die gerade in der Kantine zu Mittag essen. Was
bleibt ist eine geheime Choreographie von Körpern, welche zu
einem scheinbar sinnlosen Stillstand gekommen sind. Framis hat sich
hier die Frage gestellt, was wohl passiert, wenn wir aufhören,
die Dinge zu tun die wie immer tun, jeden Tag, jede Stunde, immer
wieder. Im Gegensatz zu einem echten Streik, in welchem die Arbeitsgeräte?
bewusst und in Hinblick auf ein äußeres Ziel niedergelegt
werden, geht es in den Secret Strike Performances von Alicia Framis
um eine Konfrontation mit uns selbst. Ein Streik kann etwas Persönliches
und Kleines, bescheiden aber wirkungsvoll sein; wenn jeden Tag irgendeiner
für ein paar Minuten aufhört zu arbeiten um nachzudenken
oder Widerstand zu leisten, könnte das zu einer größeren
gefahr werden als ein großer, geplanter Streik.
Alicia Framis ist 1967 in Barcelona, Spanien, geboren. Sie studierte
Bildende Kunst an der Universität von Barcelona und an der
École de Beaux Arts, Paris. Des Weiteren absolvierte sie
Master-Studiengänge am Institut d'Hautes Ètudes, Paris
und an der Rijksakademie Van Beelde Kunstende, Amsterdam. Alicia
lebte in Barcelona (1985-1990), Paris 81990-1993) und Amsterdam
(1995-2005) und arbeitet aktuell in Shanghai.
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Niklas GOLDBACH: Dawn
Video | 0:01:12
Deutschland | 2008
"Dawn" wurde im Untergeschoss des Palais Tokio in Paris
gefilmt. Das Palais wurde für die Weltausstellung 1937 errichtet.
Auch wenn die klassische Fassade aus den 30-er Jahren heute noch
gut erhalten ist, so hat das Interieur eine Reihe von Veränderungen
erlebt. 2001 wurde das Palais zum Teil wieder hergerichtet. Das
Video zeigt rund sechzig reglose Personen, die, eingerollt in Schlafsäcke,
im noch nicht restaurierten Untergeschoss des Palais Tokio liegen,
sowie eine Diskokugel, die sich langsam dreht.
Nikolas Goldbach wurde 1973 in Witten (Deutschland) geboren. Er
hat Fotografie an der Universität Bielefeld (Deutschland) und
Experimentelle Medienkünste an der Kunstuniversität Berlin
studiert, an der er 2004 seinen Abschluss mit besonderer Auszeichnung
machte. 2005 hat er sich mit einem Master of Fine Arts im Rahmen
des Integrated Media Arts Programms am Hunter College, City University
in New York, spezialisiert, bevor er seinen dritten Abschnitt an
der Kunstuniversität in Berlin fortsetzte, wo er dann sein
"Meisterschüler-Diplom" erhielt. Seit 2001 wird seine
Arbeit international ausgestellt.
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Mehdi MEDDACI: Lancer une pierre
Video | hdv | farbe | 00:22:00
Frankreich/ | 2008
Es ist eine übrigbleibende und diegetische Geste. Eine Geste,
die auf die flüssige Wand, die das Mittelmeer weiht, hinweist.
Wer hat keinen Stein geworfen, um eine Vibration auf die ganze Welt
hinaus in Gang zu setzen?
Oder zumindest nochmals im Stande sein zu können, die wichtige
Verbindung zu dem, was von der Wirklichkeit übrigbleibt, wiedererleben
zu können.
Später in einem geschlossenen Kreis, das Bild und der Klang,
Konstruktion und Destruktion, das Überschwemmte und Aufgetauchte,
das immer noch an beiden Seiten koexistieren kann, und einige Leute,
die einen Stein an einen fehlenden Platz werfen.
Mehdi Meddaci wurde 1980 geboren. Er schloss sein Studium am
Nationalen Studio für Zeitgenössische Künste in Fresnoy,
Frankreich, sowie an der École Nationale Supérieure
für Fotographie in Arles ab. Seine Werke wurden an mehreren
Ausstellungen gezeigt, wie im Large Palais in Paris, Dezember 2008
(Gruppenausstellung), dem Internationalen Festival für Kunst
und digitale Kulturen, Gran Canaria, November 2008, dem Internationalen
Festival für Mediterranes Kino in Montpellier, Oktober 2008,
dem Festival "Time of images", Farm of the Bush in Paris,
in Panorama 9-10, dem Nationalen Studio für Zeitgenössische
Künste Tourcoing, Fresnoy, Juni 2008 (Gruppenausstellung),
dem Internationalen Festival für Mediterranes Kino in Montpellier,
Oktober 2007, gemeinsam mit dem Festival "Time of images"
der Farm of the Bush, Paris, in Panorama 8, "Supposed guilty!
", Juni 2007 (Gruppenausstellung), in der Frac PACA in Marseilles,
Januar 2007.
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Erik MOSKOWITZ, Amanda TRAGER: Cloud Cuckoo Land
Video | 0:16:27
USA | 2008
" Cloud Cuckoo Land " (2008) ist eine Zusammenarbeit von
Erik Moskowitz und Amanda Trager. Der Titel der Arbeit wurde dem
Stück "Die Vögel" von Aristophanes entnommen.
Im 4. Jahrhundert v.Chr. war der Begriff der Utopie bereits von
Bedeutung - wurde aber genauso in Frage gestellt. Die Geschichte
erzählt von der Übersiedlung einer Familie in eine gegenwärtige
Gemeinschaft. Die Hauptfigur, Bianca, die sich jahrelang ausmalt,
welche die beste Weise ist, ihre Kinder zu erziehen und wie die
starre und romantische Vorstellung der "besten" Lebensform
wohl aussehen könnte, wird mit ihrer eigenen Intoleranz und
Unfähigkeit, sich in die Gemeinschaft zu integrieren, konfrontiert.
Die Erzählung des Videos, das sich klassischer Filmmittel,
wie des Melodie-Kontrapunkts, bedient, ist genauso für eine
Ausstellung in Galerien oder Museen, wie in Filmräumen bestimmt.
" Cloud Cuckoo Land " kritisiert die ziemlich festgefahrenen
Prinzipien der Mittel, die den öffentlichen vom privaten Raum
voneinander trennen.
Erik Moskowitz und Amanda Trager leben und arbeiten in New York
und Kanada. Moskowitz verwendet das Verhältnis zwischen dem
Kino und dem Galerieraum als Ausgangspunkt für Installationen
und Filme. Trager hat Malerei, Skulptur und Installationen in Prosaerzählungen
in der ersten Person miteinander verschmelzen lassen. Das Interesse
der Künstler für fragmentarische oder anti-narrative Erzählungen
kommt noch aus der Zeit vor ihren jeweiligen Berufen. Bei Moskowitz
geht es zurück auf die Kindheit, als Spalding Gray dazu eingeladen
wurde, in Sakonnet Point zu spielen. Seine Arbeit mit Spalding hat
die acht darauf folgenden Jahre gedauert. Neuerdings ist Moskowitz
wegen seiner Musik- und Videoinstallationen, die auf literarischen
Quellen gründen, aufgefallen. Nachdem er mehr als zehn Jahre
lang seine Aufmerksamkeit auf Klageschriften und die Erschaffung
von Charakteren in der Malerei, Bildhauerei und Installation gerichtet
hat, hat er sich neuerdings der Repräsentation einer absurden
"Unterhaltung" zwischen ungleichen Schauspielern zugeneigt.
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Antoni MUNTADAS: Stuttgart (for H.H.)
Video Installation | dv | 0:09:11
USA | 2006
"Stuttgart (for H.H.)" stellt das Logo einer bekannten
Firma dar und steht für ein gewisses Grad an händlerischer
Raffinesse; es ist auf der ganzen Welt anerkannt und insbesondere
im deutschen Kontext sinnstiftend. Dieses Logo krönt einen
undefinierten architektonischen Raum und dreht sich langsam um seine
Achse und bewacht alles im Umkreis wie ein imaginäres Auge
oder ein Radar [
] Valentín Roma
Antonio Muntadas wurde 1942 in Barcelona geboren. Er ist ein Multimediakünstler.
Seit 1971 lebt und arbeitet er in New York. Muntadas war 1977-1984
Research Fellow am Zentrum für Höhere Visuelle Studien
am MIT und ist derzeit Visiting Professor am Institut für Visuelle
Künste am MIT. Sein Werk wurde an vielen Orten ausgestellt,
u.a. am Museum of Modern Art, an der Biennale in Venedig, der documenta
6 und documenta X. 1995 erhielt er den Ars Electronica Golden Nica
Preis für sein bekanntes Werk "The File Room". Es
handelt sich dabei um ein frühes und fortlaufendes Internet-Kunstprojekt,
das 1994 begonnen wurde aus einer offenen Datenbank für Zensurfälle
besteht. Ein weiteres Langzeit-Projekt, "On Translation",
handelt von Sprachen und den Begriff der Übersetzung, Interpretation
und Transkription. Dieses Projekt wurde viele Jahre lang in verschiedenen
Formaten ausgearbeitet, u.a. an mehreren unterschiedlichen Ausstellungen
und einer von der bekannten Internetgalerie äda'web geführten
Website.
Sein Werk wurde an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt ausgestellt,
u.a. am Instituto Cervantes, Paris; dem Zentrum José Guerrero,
Granada, Spanien; dem Württembergischen Kunstverein, Stuttgart;
La Fabrica, Madrid; dem Neuen Museum Weserburg Bremen, Deutschland;
Location One, New York; dem Museu Art Contemporani (MACBA) Barcelona,
Spanien; der Opera Aberta Porto Alegre, Brasilien; dem Museo de
Arte Moderno Buenos Aires, Argentinien; dem Berkeley Museum of Art,
Universität Kalifornien, USA; dem Museum für Zeitgenössische
Kunst in Montreal, Canada; dem Kunst- und Geschichtemuseum Genf,
Schweiz; dem Zentrum für das Zeitgenössische Bild, Genf,
Schweiz und dem Witte de With Rotterdam, Niederlande.
Er vertrat Spanien im Spanischen Pavillon an der Biennale Venedig
2005.
2009 erhielt er den Velasquez-Preis.
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Noëlle PUJOL, Ludovic BUREL: Rien n'a été
fait
Dokumentarfilm | dv | 0:39:00
Frankreich | 2007
Frau und Herr B. leiten die die M.K. Fabrik seit 20 Jahren. Der
Film verfolgt seit vielen Jahren das nahende Ende der Fabrik mit
der Reduzierung der Angestellten von hundertzwanzig auf zwei. Ihre
Hauptaktivität heißt "perruquer" ("sicher
gehen"). Gemeinsam mit ihrem Sohn benutzen sie die "Arbeitszeit"
auf indirektem Wege: sie recyceln ihre Maschinenwerkzeuge, und Material
und Ablagen für den Haushalt, für künstlerische und
sonstige Zwecke. "Sie sichern sich ihren Spaß, indem
sie kostenlose Produkte ausarbeiten, durch ihre "Arbeit"
ein bestimmtes Geschick erwerben und der Arbeiterklasse und den
Haushalten mit Solidarität antworten...
Noëlle Pujol was born in 1972 in Saint-Bosoms (France).
She is a graduate from Ecole Nationale Supérieure of the
Art schools of Paris and National Studio of Contemporary arts Le
Fresnoy, in Tourcoing. Her artistic work explores the fields of
the documentary cinema and video installation. Her films were shown
at the International Festival of Documentary Film of Marseille,
at the International Festival of Film of Belfort, at the Filmmaker
Film Festival - Doc11 of Milan, at the International Festival of
Locarno. In 2008, two personal exhibitions of the artist took place
in the Gallery of the Triangle in Rennes and at the ERBA of Valence.
The work of Noëlle Pujol was shown in many group exhibitions
in particular "Variations" at the Gallery the Girls of
the Martyrdom of Paris in 2007 and at the World Fair of Aïchi,
French house in 2005. She is currently preparing her first full-length
film "They were once monmon".
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Manuel SAIZ: Buffer
Video | hdv | 0:03:00
Spanien | 2008
Der Begriff "Buffer" wird in der Informationstechnologie
verwendet, um einen Speicherplatz zu definieren, in dem die Information
aufbewahrt wird, bis sie weiterverarbeitet oder transferiert wird.
Der "Buffer" erhält in einer desorganisierten und
abrupten Art und Weise Informationen, die er in geordneten Paketen
weiterverschickt, die sehr leicht manipuliert werden können.
Der Film beschreibt die Funktion eines architektonischen Dispositives,
das metaphorisch gesehen die gleiche Funktion ausführt, indem
es einfach Menschen wie Daten durch die körperliche Bewegung
im Raum ordnet. Dieser Mechanismus bezieht sich auf alltägliche
Situationen, in denen die Bewohner einer Großstadt mit öffentlichen
Verkehrsmitteln in Berührung kommen. Die dargestellte Skulptur
zeigt die Grundstruktur dieser Situationen. Die Besucher, die dieses
Werk erleben sollen, werden eine mechanische und repetitive Empfindung
spüren, die einer Entfremdung gleicht.
Manuel Saiz ist ein visueller Künstler, der in London lebt.
Seit den 80er Jahren stellt er seine Skulpturen, Fotografien und
Videos in Kunstgalerien und Museen auf der ganzen Welt aus. Seit
1995 arbeitet er hauptsächlich mit Video und Videoinstallationen.
Seine Werke wurden bei zahlreichen Film-, Kunst- und Videofestivals
gezeigt, unter anderem beim Impakt in Utrecht, VideoLisboa in Lissabon,
Videoex in Zürich, Internationalen Kurz Film Fest in Hamburg
und der Transmediale in Berlin. Seine Videoinstallationen wurden
in Galerien und an öffentlichen Plätzen auf der ganzen
Welt präsentiert. Unter seinen letzten Ausstellungen befinden
sich: " Parallel Universes " in der Galerie Moriarty in
Madrid, " Nominal Politics " im T1+2 Space in London,
sowie die " East End Academy " im Whitechapel in London,
und auch " Save the Day " im Kunstbüro in Wien.
Sein Kurzfilm " Being Luis Porcar " hat den ersten Preis
bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Winterthur erhalten.
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Gregg SMITH: Le courant
Experimentelle Fiktion | betaSP | farbe |
00:17:11
Südafrika/Frankreich | 2008
Diese Erzählung folgt frei der Entwicklung eines jungen Mannes,
der in einer kleinen Stadt angekommen ist, um zu einem Vorstellungsgespräch
zu gehen. Die Stelle, für die er sich bewirbt, besteht in der
Überwachung der Sanierung eines Landstückes. Da die Landwirtschaft
in der Region zurückgegangen ist, sähen es manche lieber,
die Grundstücke dank der Errichtung einer Schlafstadt in einer
der benachbarten Städte für rentablere Zwecke zu nutzen.
Um jedoch ein solches Projekt durchzuführen, muss jemand, der
die etwas unorthodoxen Vorgänge toleriert, für die Leitung
zuständig sein. Der junge Mann wird als für den Job tauglich
erklärt.
Bald wird klar, dass in diesem Gebiet noch andere Kräfte im
Spiel sind. Die Region scheint all jene, die dorthin ziehen, in
Form verschiedener Bewegungen physisch zu beeinträchtigen.
Es scheint, dass die Körper jener, die berührt werden,
von einer rhythmischen Kraft erfasst werden, die sie während
ihrer täglichen Tätigkeiten sporadisch und unfreiwillig
tanzen lässt.
Die Arbeit von Gregg Smith, der 2001-2002 die Rijksakademie in Amsterdam
und 2002-2004 im Studio Zeitgenoessicher Kunst Fresnoy in Tourcoing
Künstler in Residenz war, besteht aus Filmen, Videos, Installationen,
Performances und Gemälden, in denen der Künstler die Zerbrechlichkeit
der Menschen evoziert. Er verwendet die Erzählung als Vektor,
um die Subjektivität des Einzelnen wieder zu betonen und strebt
durch seine Arbeit eine Art heimliches Einverständnis mit und
zwischen den Zuschauern/Schauspielern an. Auf subtile Weise sollen
Wünsche und Möglichkeiten, die dem Desinteresse gegenüber
anderen entgegenzutreten, wieder aufgezeigt werden. Da er bis 2000
in Südafrika gelebt hat, versucht Gregg Smith die Traumata
der Apartheid, sowie die persönliche Sicht des Individuums
innerhalb seines sozialen Milieus, in mehrere seiner Werke mit einzubeziehen.
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Chelsea TONELLI KNIGHT: The official
Video | dv | farbe | 00:06:30
USA | 2007
In das Video "The Official" untersucht Chelsea
Tonelli Knight die bürokratischen Phantasmen der Macht. In
privaten Büroräumen und Gängen der UNO in New York
gedreht, untersucht " The Official " die Rolle eines männlichen
Diplomaten inmitten einer idealisierten Institution. Was auf den
ersten Blick ein Dokumentarfilm oder ein Interview zu sein scheint,
verwandelt sich in eine fragmentierte Erzählung, in der sich
das Drama der Autorität und Verführung zwischen dem Diplomaten
und einer nicht identifizierten Ansprechperson abspielt. Die beiden
Figuren nehmen eine Reihe von Verhaltensmustern an, indem sie die
Spannungen zwischen institutionell und intim verlagern und die Art
hinterfragen, in der sie sich gegenseitig definieren.
Chelsea Tonelli Knight ist eine Video- und Performancekünstlerin,
die in Chicago (USA) wohnt. 2007 hat sie ihren MFA (Master of Fine
Arts) an der School of the Art Institute in Chicago erlangt und
war im gleichen Jahr Fullbright Stipendiatin in Italien. Knight
hat in den USA und in Europa ausgestellt, u.a. bei Ausstellungen
in der Werkschauhalle der Spinnereigalerien in Leipzig (Deutschland),
im St. Louis Art Museum (USA), im Centro Arte Moderna e Contemporanea
della Spezia (Italien). 2007 hat sie an der Biennale in Istanbul
(Türkei) teilgenommen.
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